Auf immer mehr Gebrauchtimmobilien steht bereits eine Solaranlage. Für Käufer klingt das zunächst nach einem Vorteil: günstiger Strom vom ersten Tag an, vielleicht sogar laufende Einnahmen aus der Einspeisung. Doch eine Anlage kann auch Risiken bergen, wenn sie alt, schlecht dokumentiert oder beschädigt ist. Ein genauer Blick vor dem Kauf lohnt sich.

Die Unterlagen

Käufer sollten sich vollständige Unterlagen geben lassen: Inbetriebnahmeprotokoll, Datenblätter von Modulen und Wechselrichter, die Anmeldung beim Netzbetreiber, den Eintrag im Marktstammdatenregister und die letzten Abrechnungen der Einspeisevergütung. Fehlen diese Dokumente, wird die Übernahme kompliziert. Eine Liste der wichtigsten Punkte beim Hauskauf mit Photovoltaik hilft bei der Besichtigung.

Alter und Vergütung

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist das Inbetriebnahmejahr. Die gesetzliche Einspeisevergütung läuft 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Ältere Anlagen hatten sehr hohe Vergütungssätze, jüngere deutlich niedrigere. Wer eine Anlage kurz vor Ende der Förderung übernimmt, muss sich um die Anschlussvermarktung kümmern. Was nach Ablauf der Förderung möglich ist, erklärt ein Beitrag zu Photovoltaik nach 20 Jahren.

Zustand prüfen lassen

Module verlieren über die Jahre etwas Leistung, Wechselrichter halten meist nicht so lange wie die Module. Ein Austausch des Wechselrichters ist ein Kostenpunkt, den Käufer einplanen sollten. Bei älteren Anlagen empfiehlt sich eine Prüfung durch einen Fachbetrieb, inklusive Sichtprüfung von Befestigung, Kabeln und Dachdurchführungen.

Dach und Anlage gehören zusammen

Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, muss die Anlage ab- und wieder aufgebaut werden. Das kostet Geld und sollte in die Kaufpreisverhandlung einfließen.

Steuer und Vertrag

Mit dem Kauf geht die Anlage auf den neuen Eigentümer über. Der Wechsel muss dem Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister gemeldet werden. Im Kaufvertrag sollte klar geregelt sein, dass die Anlage mitverkauft wird und ab wann die Vergütung dem Käufer zusteht.

Eine Solaranlage kann den Wert einer Immobilie steigern, aber nur, wenn sie gut dokumentiert und in ordentlichem Zustand ist. Wer die richtigen Fragen stellt, erkennt schnell, ob das Dach ein Plus oder eine Baustelle ist.