immo.son

Neu bauen

Haus bauen — woraus sich der Preis wirklich zusammensetzt

Beworbene Hauspreise beziehen sich fast immer auf das Gebäude ab Oberkante Bodenplatte. Die Gesamtkosten eines Bauvorhabens liegen deutlich darüber, weil Grundstück, Erschließung, Baunebenkosten und Außenanlagen hinzukommen. Wer diese vier Blöcke von Anfang an getrennt kalkuliert, erlebt später keine Nachfinanzierung.

Die vier Kostenblöcke

Erstens das Grundstück samt Nebenkosten: Kaufpreis, Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, gegebenenfalls Maklerprovision, Vermessung und Erschließungsbeiträge.

Zweitens das Gebäude: Roh- und Ausbau, Haustechnik. Das ist der Betrag, den Anbieter bewerben — je nach Ausstattung und Region ein breiter Korridor pro Quadratmeter Wohnfläche.

Drittens die Baunebenkosten: Architekt und Fachplaner, Statik, Bauantrag, Baugrundgutachten, Vermessung, Bauleitung, Versicherungen, Prüfungen. Zusammen bewegen sie sich in der Größenordnung von zehn bis zwanzig Prozent der Gebäudekosten.

Viertens die Außenanlagen: Zufahrt, Stellplatz, Terrasse, Zaun, Bepflanzung, Hausanschlüsse, gegebenenfalls Regenwasserbewirtschaftung. Dieser Block wird am häufigsten unterschätzt und erreicht schnell einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Was Angebote gern auslassen

Bodenplatte oder Keller, Erdarbeiten, Entsorgung von Aushub, Wasserhaltung bei hohem Grundwasser, Hausanschlüsse, Baustrom und Bauwasser, Küche, Bodenbeläge und Malerarbeiten in Ausbaustufen.

Ebenso häufig fehlen Sonderwünsche, die im Verkaufsgespräch selbstverständlich klingen: bodengleiche Dusche, Fußbodenheizung in allen Räumen, Rollläden, mehr Steckdosen, höherwertige Fenster.

Vergleichen Sie Angebote nur über eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung. Ein Preis pro Quadratmeter ohne Leistungsverzeichnis ist keine Vergleichsgröße, sondern Werbung.

Puffer und Reihenfolge

Ein Reservebudget von rund zehn Prozent ist keine Vorsicht, sondern Erfahrungswert. Es fängt Nachträge, Materialpreisänderungen und die zwangsläufigen Entscheidungen während des Baus auf.

Kleiner bauen ist der wirksamste Hebel: Jeder nicht gebaute Quadratmeter spart Bau-, Heiz- und Instandhaltungskosten über die gesamte Nutzungsdauer. Ein durchdachter Grundriss mit weniger Fläche schlägt einen großzügigen mit Sparausstattung.

Der zweite große Hebel ist die Gebäudeform: Ein kompakter Baukörper mit einfachem Dach ist günstiger als ein gegliederter mit Erkern, Gauben und Versprüngen — bei gleicher Wohnfläche.

Häufige Fragen

Was kostet ein Haus pro Quadratmeter?

Die Spanne ist groß und regional unterschiedlich. Ohne Grundstück und Nebenkosten liegen schlüsselfertige Angebote je nach Standard weit auseinander — sinnvoll vergleichbar sind sie nur über die Leistungsbeschreibung.

Ist Bauen günstiger als Kaufen?

In vielen Regionen nicht mehr. Bestandsobjekte werden teils unter Wiederherstellungskosten gehandelt — dafür trägt man Sanierungsbedarf statt Neubauqualität.

Wie viel Eigenleistung ist realistisch?

Malerarbeiten, Bodenbeläge und Außenanlagen sind machbar und sparen spürbar. Bei Gewerken mit Gewährleistungsrelevanz — Dach, Elektrik, Sanitär — überwiegen die Risiken.

Weiter im Thema Neu bauen

← Alle Ratgeber-Themen

Immobilie bewertenObjekt suchen