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Gewerbeimmobilien

Lagerhalle und Gewerbehalle kaufen — die Prüfliste

Hallen sind einfache Gebäude mit anspruchsvollen Details. Ob sich ein Objekt eignet, entscheidet sich an wenigen Kennzahlen: lichte Höhe, Bodenbelastbarkeit, Toranzahl und Andienung. Fehlt eine davon, ist die Halle für ganze Nutzergruppen unbrauchbar — und damit schwer weiterzuvermieten.

Technische Kennzahlen

Die lichte Höhe unter Binder entscheidet über die Stapelbarkeit. Unter sechs Metern fällt klassische Logistik aus; für Handwerk und Lagerung genügen oft vier bis fünf Meter.

Die Bodenbelastbarkeit in Kilonewton pro Quadratmeter begrenzt Regalsysteme und Maschinen. Ältere Hallen ohne Nachweis sind ein Risiko, das sich nur durch ein Gutachten klären lässt.

Tore, Rampen und Rangierflächen bestimmen, ob Sattelzüge andienen können. Ein einziges ebenerdiges Tor ohne Rampe schließt viele Nutzungen aus.

Prüfen Sie zudem Beheizung, Stromanschlussleistung, Druckluft, Sprinklerung und die Dachkonstruktion — Asbesthaltige Wellplatten sind bei Baujahren bis Anfang der 1990er verbreitet und verteuern Sanierung und Rückbau erheblich.

Baurecht und Brandschutz

Die zulässige Nutzung ergibt sich aus Bebauungsplan und Baugenehmigung. Gewerbegebiet und Industriegebiet unterscheiden sich im zulässigen Störgrad; in Gewerbegebieten ist Wohnen bis auf Ausnahmen unzulässig.

Brandschutz ist bei Hallen das kostentreibende Thema: Brandabschnitte, Rauchabzug, Löschwasserversorgung, gegebenenfalls Sprinkleranlage. Bei Nutzungsänderungen wird der Brandschutz neu bewertet — auch bei bestehenden Gebäuden.

Nachträgliche Anbauten und Zwischenebenen sind in Bestandshallen häufig ohne Genehmigung entstanden. Lassen Sie den genehmigten Bestand mit der Realität abgleichen, bevor Sie kaufen.

Wert und Nachnutzung

Der Wert einer Halle liegt in ihrer Drittverwendungsfähigkeit. Standardisierte Objekte mit guter Anbindung und flexiblen Flächen halten ihren Wert, hochspezialisierte Produktionsgebäude verlieren ihn beim Auszug des Nutzers.

Ein oft übersehener Werttreiber ist die Freifläche: Rangier-, Lager- und Stellplatzflächen sind knapp und in vielen Gewerbegebieten nicht mehr neu ausweisbar.

Die Dachfläche ist ein eigener Ertragsfaktor. Photovoltaik auf Hallendächern ist gut wirtschaftlich, wenn Statik und Anschlussleistung stimmen; bestehende Pachtverträge über die Dachfläche gehören geprüft.

Häufige Fragen

Was kostet eine Halle im Unterhalt?

Wesentlich sind Dach, Tore, Heizung und Beleuchtung. Bei einfachen, ungedämmten Hallen sind Heizkosten der größte Posten — LED-Umrüstung und Dachdämmung amortisieren sich häufig schnell.

Darf man in einer Halle wohnen?

In Gewerbe- und Industriegebieten grundsätzlich nicht, mit engen Ausnahmen für Betriebsleiterwohnungen. Loftnutzung ist nur bei entsprechender Gebietsausweisung möglich.

Wie prüft man Altlasten auf Gewerbegrundstücken?

Über das Altlastenkataster, eine historische Nutzungsrecherche und bei Verdacht Bodenproben. Die Sanierungspflicht trifft den Eigentümer.

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