Wohnungstypen
Eigentumswohnung kaufen — was Sie mit der Wohnung mitkaufen
Beim Wohnungskauf erwerben Sie zwei Dinge: das Sondereigentum an Ihrer Wohnung und einen Miteigentumsanteil am Gebäude. Der zweite Teil entscheidet häufiger über Zufriedenheit und Kosten als der erste — denn Dach, Fassade, Heizung und Fenster gehören allen gemeinsam, und über ihre Sanierung wird abgestimmt.
Die drei Unterlagen, ohne die Sie nicht kaufen sollten
Die Teilungserklärung mit Gemeinschaftsordnung legt fest, was Sonder- und was Gemeinschaftseigentum ist, wie Kosten verteilt werden und welche Sondernutzungsrechte bestehen. Sie ist der Gesellschaftsvertrag des Hauses.
Die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen zeigen, was ansteht: beschlossene Sanierungen, Streitthemen, offene Verfahren, Rückstände einzelner Eigentümer. Wer sie liest, kennt das Haus besser als nach zwei Besichtigungen.
Der Wirtschaftsplan und die letzte Jahresabrechnung zeigen Hausgeldhöhe, Zusammensetzung und den Stand der Instandhaltungsrücklage. Eine auffällig niedrige Rücklage bei einem älteren Gebäude bedeutet: Die Sanierung ist nicht bezahlt, sie kommt noch.
Hausgeld verstehen
Das Hausgeld enthält umlagefähige Betriebskosten, nicht umlagefähige Verwaltungskosten und den Beitrag zur Rücklage. Nur der erste Teil lässt sich bei Vermietung auf Mieter umlegen — für Kapitalanleger ist diese Unterscheidung die zentrale Rechengröße.
Ein niedriges Hausgeld ist kein Gütesiegel. Häufig bedeutet es lediglich, dass zu wenig zurückgelegt wird. Sinnvoller ist die Frage, ob die Rücklage zum Alter des Gebäudes und zu den absehbaren Maßnahmen passt.
Was eine gute Gemeinschaft ausmacht
Eine funktionierende Gemeinschaft hat eine professionelle Verwaltung, beschließt Instandhaltung planvoll statt reaktiv und hat keine dauerhaften Zahlungsausfälle. Diese drei Punkte lassen sich aus den Protokollen ablesen.
Kritisch sind Gemeinschaften mit wenigen Einheiten und stark unterschiedlichen Interessen, etwa wenn ein Eigentümer die Mehrheit der Anteile hält oder Selbstnutzer und Anleger über teure Sanierungen entscheiden müssen.
Seit der Reform des Wohnungseigentumsrechts entscheiden einfache Mehrheiten über bauliche Veränderungen, die Kosten trägt aber überwiegend, wer sie verlangt oder wer davon profitiert. Das hat Sanierungen erleichtert und die Kostenverteilung komplizierter gemacht.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte die Instandhaltungsrücklage sein?
Als grober Anhalt gelten mehrere Euro je Quadratmeter und Jahr an Zuführung; entscheidend ist aber der Bestand im Verhältnis zu den anstehenden Maßnahmen. Ein Haus mit anstehender Dach- und Fassadensanierung braucht ein Vielfaches der Rücklage eines frisch sanierten Objekts.
Hafte ich für Schulden anderer Eigentümer?
Nicht persönlich für deren Hausgeldrückstände, aber die Gemeinschaft muss den Ausfall auffangen — was faktisch alle über höhere Umlagen trifft.
Was ist Sondereigentum, was Gemeinschaftseigentum?
Sondereigentum sind in der Regel die Räume Ihrer Wohnung samt Innenausbau. Tragende Wände, Fenster, Balkone, Leitungen im Gemeinschaftsbereich, Dach und Fassade gehören allen — die Details stehen in der Teilungserklärung.
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