Wohnungstypen
Zimmerzahl und Wohnungsgröße — was in der Anzeige wirklich steht
Die Zimmerzahl ist das meistgenutzte und ungenaueste Suchkriterium im Immobilienmarkt. Sie ist nicht normiert: Was als Zimmer zählt, entscheidet der Inserent. Zwei Wohnungen mit derselben Angabe können sich in nutzbarer Fläche um zwanzig Quadratmeter unterscheiden.
Was als Zimmer zählt
Als Zimmer gelten üblicherweise Wohn- und Schlafräume mit Fenster und einer Mindestgröße, die je nach Landesbauordnung bei etwa sechs bis acht Quadratmetern liegt. Küche, Bad, Flur, Abstellraum und Balkon zählen nicht mit.
Halbe Zimmer sind Konvention, nicht Vorschrift: Räume unter etwa zehn Quadratmetern werden häufig als halb gezählt. In der Schweiz ist die Zählweise anders — dort wird die Küche traditionell als halbes Zimmer geführt, weshalb eine 3.5-Zimmer-Wohnung dort einer deutschen Drei-Zimmer-Wohnung entspricht.
Die Abkürzung ZKB steht für Zimmer, Küche, Bad und beschreibt die Grundausstattung. Sie sagt nichts über Größe oder Zuschnitt aus.
Fläche schlägt Zimmerzahl
Vergleichen Sie Wohnungen über die Wohnfläche und den Zuschnitt, nicht über die Zimmerzahl. Vier kleine Zimmer auf achtzig Quadratmetern mit langem Flur sind weniger nutzbar als drei gut geschnittene auf derselben Fläche.
Achten Sie darauf, wie die Wohnfläche berechnet wurde. Nach Wohnflächenverordnung zählen Dachschrägen unter einem Meter gar nicht, zwischen einem und zwei Metern zur Hälfte, Balkone in der Regel zu einem Viertel. Bei Berechnungen nach DIN 277 fallen die Zahlen höher aus — das ist im Inserat nicht immer gekennzeichnet.
Ein zweites Bad, ein separater Abstellraum und ein durchdachter Flur wirken sich auf die Alltagstauglichkeit stärker aus als ein zusätzliches kleines Zimmer.
Welche Größe zu welcher Situation passt
Ein-Zimmer-Wohnungen und Apartments sind in Universitätsstädten stark nachgefragt und als Kapitalanlage überdurchschnittlich rentabel, im Wiederverkauf aber stärker von der Studentennachfrage abhängig.
Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen bilden den liquidesten Markt: Sie passen für Singles, Paare, kleine Familien und Anleger gleichermaßen und sind deshalb am leichtesten wieder zu verkaufen.
Ab vier Zimmern verengt sich der Käuferkreis auf Familien. In Lagen ohne Schulen und Kitas hat das spürbare Auswirkungen auf Vermarktungsdauer und Preis.
Häufige Fragen
Zählt eine Wohnküche als Zimmer?
In Deutschland üblicherweise nicht. In Anzeigen wird sie gelegentlich trotzdem mitgezählt — deshalb hilft der Blick auf den Grundriss mehr als auf die Zahl.
Was bedeutet 2,5 Zimmer?
Zwei vollwertige Zimmer plus einen kleineren Raum, meist unter zehn Quadratmetern. Eine verbindliche Definition gibt es nicht.
Wie viel Quadratmeter braucht man pro Person?
Als grober Orientierungswert gelten etwa dreißig bis vierzig Quadratmeter für eine Person, plus rund zwanzig für jede weitere. Förderregeln und Wohnberechtigungsscheine arbeiten mit engeren Grenzen.
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