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Haustypen

Günstige Häuser kaufen — und den Grund für den Preis finden

Jedes auffällig günstige Haus hat einen Grund für seinen Preis. Manche Gründe sind für Sie irrelevant, andere kosten später ein Vielfaches der Ersparnis. Die Kunst besteht nicht darin, günstige Objekte zu finden — davon gibt es viele —, sondern darin, den Grund vor dem Kauf zu identifizieren.

Vier Gründe für einen niedrigen Preis

Erstens die Lage: Abwanderungsregionen, Ortsränder ohne Nahversorgung, Häuser an stark befahrenen Straßen. Das ist ein Grund, der sich nicht beheben lässt — aber einer, der für jemanden mit Homeoffice und Auto anders wiegt als für eine Familie mit Schulkindern.

Zweitens der Zustand: Sanierungsstau bei Dach, Fenstern und Heizung. Diese Rechnung lässt sich aufmachen, bevor man kauft — mit Handwerkerangeboten, nicht mit Schätzungen aus dem Internet.

Drittens der Zuschnitt: sehr kleine Häuser, ungewöhnliche Grundrisse, Objekte ohne Bad im Erdgeschoss. Das trifft nur einen Teil der Käufer und drückt deshalb den Preis stärker, als der bauliche Aufwand rechtfertigt.

Viertens die Rechtslage: Wohnrecht, Nießbrauch, Erbbaurecht, ungeklärte Erbengemeinschaft, unbeglichene Lasten in Abteilung II des Grundbuchs. Hier kommt der Abschlag nicht vom Bauzustand, sondern aus dem Grundbuch — und der ist selten ein Schnäppchen.

Das kleine Haus als bewusste Entscheidung

Kleine Häuser mit sechzig bis neunzig Quadratmetern werden besonders von Käufern nach der Familienphase gesucht: ebenerdiges Bad, kurze Wege, überschaubarer Garten. Der Markt dafür ist dünn, weil in den Bauboomjahren kaum in dieser Größe gebaut wurde.

Wer barrierearm sucht, prüft die Punkte, die sich später nur teuer ändern lassen: Schwellen am Eingang, Türbreiten, Bad im Erdgeschoss, Stellplatz nah am Haus. Ein Treppenlift ist nachrüstbar, ein zu schmaler Flur nicht.

Woran ein Schnäppchen erkennbar wird

Ein echtes Schnäppchen liegt vor, wenn der Grund für den Abschlag Sie persönlich nicht trifft: das Haus im Nachbarort, das der Verkäufer schnell abgeben will; das Objekt mit unmodernem Bad, aber intakter Substanz; der Bungalow ohne Keller in einer Region, in der Keller als Standard gelten.

Kein Schnäppchen ist ein Preis, der nur im Vergleich zum Inseratspreis anderer Objekte niedrig wirkt. Maßstab sind tatsächliche Abschlüsse in derselben Lage, nicht Angebotspreise — inserierte Preise enthalten Verhandlungsspielraum und manchmal Wunschdenken.

Häufige Fragen

Sind Häuser aus Zwangsversteigerungen günstiger?

Manchmal, aber der Abschlag ist der Preis für fehlende Innenbesichtigung und sofortige Zahlungspflicht. Ohne Rücklage für Überraschungen ist dieser Weg riskant.

Wie viel Preisnachlass ist beim Hauskauf üblich?

Das hängt vollständig von der Nachfrage ab. In gefragten Lagen wird über Prozentbruchteile verhandelt, in strukturschwachen Regionen sind zweistellige Nachlässe nichts Ungewöhnliches — vor allem bei Objekten, die lange im Markt stehen.

Lohnt sich ein sanierungsbedürftiges Haus finanziell?

Wenn Kaufpreis plus belegte Sanierungskosten unter dem Marktwert des sanierten Objekts liegen, ja. Diese Rechnung braucht Handwerkerangebote, keine Pauschalen pro Quadratmeter.

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