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Maklerketten und Franchisesysteme — wie sie sich unterscheiden

Hinter bekannten Maklermarken stehen sehr unterschiedliche Modelle: eigene Angestellte, selbstständige Franchisenehmer, Lizenzpartner oder digital organisierte Vermittler mit zentraler Bearbeitung. Für Verkäufer und Käufer ist relevant, wer konkret arbeitet — nicht, welcher Name am Schild steht.

Die drei Modelle

Klassische Filialunternehmen beschäftigen eigene Mitarbeitende und arbeiten mit einheitlichen Standards. Vorteil: nachvollziehbare Prozesse, klare Ansprechpartner, Haftung beim Unternehmen.

Franchise- und Lizenzsysteme vergeben Marken an selbstständige Partner. Die Qualität hängt dann am einzelnen Büro, nicht an der Marke. Fragen Sie, wer Vertragspartner wird und wer das Objekt tatsächlich betreut.

Online- oder Hybridmakler arbeiten mit zentraler Vermarktung und regionalen Besichtigungskräften. Sie sind bei standardisierten Objekten effizient; bei erklärungsbedürftigen Immobilien fehlt gelegentlich die lokale Marktkenntnis.

Was Sie vergleichen sollten

Nicht die Provisionshöhe allein, sondern die Leistung: Bewertung mit nachvollziehbarer Herleitung, professionelle Fotos und Grundrisse, Energieausweis, Beschaffung der Unterlagen, Bonitätsprüfung der Interessenten, Begleitung bis zur Beurkundung.

Seit der gesetzlichen Neuregelung wird die Provision beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen an Verbraucher zwischen beiden Seiten geteilt, wenn der Makler für beide tätig wird. Modelle, die die Last einseitig verschieben, sind unzulässig.

Lassen Sie sich Referenzen aus dem konkreten Ort zeigen. Eine bundesweite Marke sagt nichts darüber, wie gut der Markt in Ihrem Stadtteil bekannt ist.

Verträge und Laufzeiten

Alleinaufträge sind üblich und sinnvoll, sollten aber befristet sein — drei bis sechs Monate mit Verlängerungsoption sind ein fairer Rahmen. Qualifizierte Alleinaufträge schließen den Verkauf durch den Eigentümer selbst aus; das gehört ausdrücklich verhandelt.

Prüfen Sie Klauseln zu Aufwendungsersatz, Reservierungsgebühren und Verlängerungsautomatik. Reservierungsvereinbarungen mit nennenswerten Beträgen sind rechtlich umstritten und oft unwirksam.

Häufige Fragen

Sind große Marken besser als lokale Makler?

Nicht grundsätzlich. Entscheidend sind Marktkenntnis vor Ort, Erreichbarkeit und Vermarktungsqualität. Beides gibt es in beiden Modellen.

Wie hoch ist die Provision?

Regional unterschiedlich, üblicherweise im Bereich von etwa drei bis knapp vier Prozent je Seite zuzüglich Umsatzsteuer. Sie ist verhandelbar.

Was ist ein Hybridmakler?

Ein Anbieter mit digitaler Zentralorganisation und lokalen Kräften für Besichtigungen. Preislich oft günstiger, im Leistungsumfang unterschiedlich.

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