Mieten & Wohnungssuche
Wohnung mieten — vom Inserat bis zur Schlüsselübergabe
In angespannten Wohnungsmärkten entscheidet nicht der beste Interessent, sondern der vorbereitete. Wer bei der Besichtigung eine vollständige Mappe dabei hat und auf Rückfragen sofort antworten kann, kommt in die engere Auswahl — unabhängig davon, wie viele Bewerber vor der Tür standen.
Die Bewerbungsmappe
Üblich sind Selbstauskunft, Einkommensnachweise der letzten drei Monate, eine Bonitätsauskunft und die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des bisherigen Vermieters. Ein knappes Anschreiben mit Angaben zu Haushalt und Beruf hilft, wenn viele Bewerbungen eingehen.
Nicht jede Frage ist zulässig. Fragen nach Kinderwunsch, Schwangerschaft, Religion, Parteizugehörigkeit oder ethnischer Herkunft dürfen unrichtig beantwortet werden, ohne dass daraus eine Kündigung folgen kann. Fragen nach Einkommen, Beruf, Zahl der einziehenden Personen und laufenden Mietschulden sind dagegen zulässig.
Geben Sie Unterlagen als Kopie und geschwärzt, wo Daten nicht erforderlich sind. Kontoauszüge im Original gehören nicht in eine Bewerbungsmappe.
Kosten beim Einzug
Die Kaution beträgt höchstens drei Nettokaltmieten und darf in drei Raten gezahlt werden — die erste zu Mietbeginn. Der Vermieter muss sie getrennt vom eigenen Vermögen anlegen.
Maklerprovision zahlt bei Wohnraum, wer den Makler beauftragt hat. In der Praxis heißt das: In aller Regel zahlt der Vermieter. Angebote, bei denen Interessenten Provision zahlen sollen, sind bei regulärer Wohnungsvermittlung unzulässig.
Hinzu kommen Umzug, Anmeldung von Strom und Internet, gegebenenfalls Ablöse für Einbauten. Ablösevereinbarungen sind zulässig, dürfen aber nicht in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert stehen.
Mietvertrag prüfen
Zentrale Punkte sind Miethöhe und Zusammensetzung, Betriebskostenvorauszahlung, Staffel- oder Indexmiete, Kündigungsfristen, Schönheitsreparaturen und Regelungen zu Untervermietung und Tierhaltung.
Starre Fristenpläne für Schönheitsreparaturen sind unwirksam, ebenso pauschale Endrenovierungsklauseln. Wer eine unrenovierte Wohnung übernimmt, schuldet in der Regel keine Renovierung bei Auszug.
Halten Sie den Zustand bei Übergabe in einem Protokoll mit Fotos fest, inklusive Zählerständen. Dieses Dokument entscheidet Jahre später über die Rückzahlung der Kaution.
Häufige Fragen
Wie viel Miete darf verlangt werden?
In Gebieten mit Mietpreisbremse höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, mit Ausnahmen für Neubau, umfassend sanierte Wohnungen und höhere Vormieten. Der Mietspiegel der Kommune ist die übliche Vergleichsgrundlage.
Darf der Vermieter eine Schufa-Auskunft verlangen?
Ja, eine Bonitätsauskunft ist zulässig. Sie sollte in der Fassung für Vermieter vorgelegt werden, die nur die relevanten Daten enthält.
Wie lange ist die Kündigungsfrist für Mieter?
Drei Monate zum Monatsende, unabhängig von der Wohndauer. Abweichende längere Fristen im Vertrag sind für Mieter in der Regel unwirksam.
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