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Haustypen

Bauernhof kaufen — worin sich Hof und Wohnhaus unterscheiden

Ein Hof ist keine große Immobilie, sondern eine Betriebsstätte mit Wohnhaus. Das wirkt sich auf fast alles aus: auf die Genehmigung des Kaufs, auf zulässige Nutzungen, auf die Bewertung und auf die Frage, ob Sie überhaupt kaufen dürfen. Wer den Hof nur als Wohnsitz mit viel Platz betrachtet, stolpert regelmäßig über diese Unterschiede.

Der Kauf braucht oft eine Genehmigung

Für den Erwerb landwirtschaftlicher Flächen ab einer Mindestgröße gilt das Grundstücksverkehrsgesetz. Die Behörde kann den Verkauf an Nichtlandwirte versagen, wenn ein Landwirt die Fläche zur Aufstockung benötigt — das ist kein theoretischer Fall, sondern in vielen Landkreisen gelebte Praxis.

Hinzu kommen Vorkaufsrechte: der Gemeinde, teils des Siedlungsunternehmens, gelegentlich von Pächtern. Der Kaufvertrag wird deshalb regelmäßig unter dem Vorbehalt der Genehmigung geschlossen und ist bis dahin schwebend unwirksam.

Für die reine Hofstelle ohne nennenswerte Flächen gilt das häufig nicht. Wo die Grenze verläuft, regeln die Ausführungsgesetze der Länder unterschiedlich — eine Frage für den Notar, bevor man bietet.

Außenbereich: was gebaut und genutzt werden darf

Hofstellen liegen meist im Außenbereich. Dort ist Bauen nur privilegiert zulässig — also für land- oder forstwirtschaftliche Betriebe. Fällt die Privilegierung weg, weil kein Betrieb mehr geführt wird, ist Bestandsschutz alles, was bleibt.

Die Umnutzung ehemals landwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnraum ist unter Bedingungen möglich: Das Gebäude muss erhaltenswert sein, in räumlichem Zusammenhang zur Hofstelle stehen und darf äußerlich nicht wesentlich verändert werden. Fristen zur bisherigen Nutzung spielen ebenfalls eine Rolle.

Gewerbe auf dem Hof — Werkstatt, Lager, Hofladen, Vermietung — ist der häufigste Konfliktpunkt mit dem Bauamt. Vor dem Kauf schriftlich klären, was zulässig ist. Eine mündliche Auskunft am Telefon trägt keine Investition.

Flächen, Pachten und Rechte

Zu einem Hof gehören oft verpachtete Flächen. Pachtverträge laufen beim Eigentümerwechsel weiter, teils mit langen Restlaufzeiten. Was Sie kaufen, ist dann nicht die Nutzung, sondern der Pachtzins.

Prüfen Sie außerdem Wege- und Leitungsrechte, Wasserrechte, Jagdgenossenschaft, Milchquoten-Nachfolgeregelungen sowie eventuelle Verpflichtungen aus Agrarförderprogrammen, die an die Fläche gebunden sind.

Bei Altlasten ist der Blick auf Hofstellen besonders wichtig: Öltanks, alte Mistplatten, Silosickersaftgruben, Pflanzenschutzmittellager. Ein Blick ins Altlastenkataster gehört zur Vorprüfung.

Häufige Fragen

Kann ein Nichtlandwirt einen Hof kaufen?

Ja, aber der Kauf landwirtschaftlicher Flächen kann genehmigungspflichtig sein und versagt werden. Für Hofstellen ohne größere Flächen ist es in der Regel unproblematisch.

Wie wird ein Hof bewertet?

Getrennt nach Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden und Flächen. Wirtschaftsgebäude ohne Nutzungsperspektive tragen häufig keinen positiven Wert, sondern einen Abbruchkostenabzug.

Was wird aus alten Ställen?

Entweder Umnutzung mit Genehmigung, Nutzung als Lager oder Rückbau. Die dauerhafte Erhaltung ohne Nutzung ist die teuerste der drei Varianten.

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