Haustypen
Fertighaus kaufen — der Preis steht selten für das fertige Haus
Fertighäuser werden mit Preisen beworben, die im Vergleich zum Bestandsmarkt attraktiv aussehen. Der beworbene Preis ist allerdings fast nie der, mit dem man einzieht: Er beschreibt ein Haus ab Oberkante Bodenplatte, ohne Grundstück, ohne Erschließung, oft ohne Außenanlagen und je nach Ausbaustufe ohne Innenausbau.
Ausbaustufen verstehen
Beim schlüsselfertigen Haus übernimmt der Anbieter alles bis zur bezugsfertigen Übergabe — wobei „schlüsselfertig“ kein geschützter Begriff ist und die Bau- und Leistungsbeschreibung entscheidet, nicht das Wort.
Das Ausbauhaus wird bis zu einem definierten Stand geliefert, den Rest übernehmen Sie: meist Malerarbeiten, Bodenbeläge, teils Innentüren und Sanitärinstallation. Die Ersparnis ist real, sie kostet aber Zeit und setzt handwerkliche Fähigkeiten voraus.
Das Bausatzhaus liefert nur Material und Aufbauplan. Diese Variante rechnet sich fast nur, wenn Sie selbst vom Fach sind oder verlässliche Helfer haben.
Was der Hauspreis nicht enthält
Grundstück, Erschließung, Baugenehmigung, Vermessung, Baugrundgutachten, Bodenplatte oder Keller, Hausanschlüsse, Außenanlagen, Terrasse, Zufahrt und Küche. Zusammen ergibt das regelmäßig einen Betrag in der Größenordnung eines Drittels der Gesamtkosten.
Ein Baugrundgutachten vor Vertragsschluss ist Pflichtprogramm. Fels, Grundwasser oder Torf verändern die Gründungskosten erheblich — und diese Kosten trägt bei den meisten Verträgen der Bauherr, nicht der Anbieter.
Achten Sie auf Bauzeitgarantien, Zahlungsplan nach Baufortschritt und die Absicherung gegen Insolvenz des Anbieters. Ein Zahlungsplan, der dem Baufortschritt vorauseilt, ist ein Risiko und in dieser Form auch nicht zulässig.
Holzrahmenbau oder Massivbau
Der Holzrahmenbau der Fertighausanbieter baut schnell, erreicht bei geringerer Wandstärke gute Dämmwerte und ist präzise vorgefertigt. Die Bauzeit auf dem Grundstück beträgt Tage statt Monate.
Massivbauweise punktet mit Speichermasse, Schallschutz und einer Wertwahrnehmung, die sich im Wiederverkauf regional noch immer zeigt. In der Bewertung nähern sich beide Bauweisen an — entscheidend sind Zustand und Energiekennwert, nicht das Material.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein Fertighaus?
Moderne Holzrahmenbauten erreichen dieselben Nutzungsdauern wie Massivbauten. Kritisch sind ältere Fertighäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren, bei denen Holzschutzmittel und Dämmstoffe problematisch sein können.
Sind alte Fertighäuser ein Problem beim Kauf?
Bei Baujahren bis etwa Ende der 1970er lohnt eine Schadstoffprüfung auf Holzschutzmittel und Asbest in Bauteilen. Das beeinflusst Sanierung und Rückbau erheblich.
Was ist ein Kleines Haus oder Modulhaus?
Vorgefertigte Gebäude unter etwa siebzig Quadratmetern, teils als Modul geliefert. Sie brauchen dieselben Genehmigungen wie ein großes Haus — die Bauform spart Kosten, nicht das Baurecht.
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