Makler & Provision
Ohne Makler kaufen — was Sie dann selbst prüfen müssen
Beim Kauf von privat sparen Sie die Käufercourtage. Gleichzeitig entfällt der Filter, den ein Makler darstellt — Unterlagen, Plausibilität, Bonitätsprüfung. Diese Arbeit verschwindet nicht, sie wechselt nur die Seite.
Wo private Angebote zu finden sind
Neben Kleinanzeigenportalen und regionalen Zeitungen sind lokale Netzwerke oft ergiebiger: Aushänge, Nachbarschaftsplattformen und die direkte Ansprache in einer gewünschten Straße.
Ein Teil des Marktes wird ohnehin nie öffentlich inseriert. Wer eine klare Vorstellung von Lage und Objektart hat, kommt über einen hinterlegten Suchauftrag häufig früher an Objekte als über die Portalsuche.
Was Sie selbst prüfen müssen
Grundbuchauszug auf Belastungen und Rechte Dritter, Baulastenverzeichnis, Bauakte auf Genehmigungen für An- und Umbauten, Energieausweis und bei Wohnungen sämtliche Verwaltungsunterlagen.
Bei Zweifeln am Zustand lohnt ein Bausachverständiger. Die Kosten dafür liegen im niedrigen dreistelligen Bereich und stehen in keinem Verhältnis zu dem, was ein übersehener Feuchtigkeitsschaden kostet.
Verhandeln ohne Zwischeninstanz
Direkte Verhandlungen sind persönlicher und dadurch oft schwieriger. Sachliche Argumente wirken besser als Taktik: konkrete Angebote für anstehende Arbeiten, dokumentierte Vergleichsabschlüsse, offene Fragen aus der Bauakte.
Vereinbaren Sie das Ergebnis schriftlich, bevor der Notar beauftragt wird. Mündliche Zusagen zu mitverkauftem Inventar oder Reparaturen sind ohne Aufnahme in den Kaufvertrag wertlos.
Der Notar ist neutral
Der Notar berät beide Seiten und prüft nicht, ob der Preis angemessen oder das Objekt mängelfrei ist. Er sorgt für die rechtssichere Abwicklung, nicht für Ihre Interessen im Verhandlungssinn.
Nutzen Sie die zweiwöchige Frist vor der Beurkundung wirklich. Wer den Entwurf erst am Vorabend liest, verzichtet auf die einzige eingebaute Bedenkzeit des gesamten Verfahrens.
Häufige Fragen
Ist der Kauf von privat günstiger?
Um Ihren Courtageanteil, ja. Der Kaufpreis selbst ist nicht automatisch niedriger — private Verkäufer setzen ihn mangels Marktvergleich häufig sogar zu hoch an.
Wer bezahlt den Notar?
Üblicherweise der Käufer, unabhängig davon, ob ein Makler beteiligt war. Notarkosten und Grundbuchgebühren liegen zusammen bei etwa eineinhalb bis zwei Prozent des Kaufpreises.
Kann ich beim Privatkauf Gewährleistung verlangen?
Der Ausschluss der Sachmängelhaftung ist Standard und wirksam. Er greift nur dann nicht, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Eigenschaft ausdrücklich zugesichert hat.