Makler & Provision
Immobilienmakler werden — Erlaubnis, Kosten, Marktlage
Der Einstieg ist formal einfach: Es braucht keine Ausbildung, keine Prüfung, kein Studium. Genau das macht den Markt voll — und den Aufbau eines tragfähigen Geschäfts schwerer, als die niedrige Einstiegshürde vermuten lässt.
Was formal nötig ist
Die Erlaubnis nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung beantragen Sie beim Gewerbeamt oder der zuständigen Behörde. Vorgelegt werden müssen ein Führungszeugnis, eine Auskunft aus dem Gewerbezentralregister und der Nachweis geordneter Vermögensverhältnisse.
Hinzu kommen die Gewerbeanmeldung und die Weiterbildungspflicht von zwanzig Stunden innerhalb von drei Jahren. Eine fachliche Eingangsprüfung gibt es nicht.
Was fachlich nötig ist
Bewertungswissen, Grundzüge des Grundbuch-, Miet- und Wohnungseigentumsrechts, Kenntnisse zu Bauzustand und Energieausweis sowie Grundlagen der Finanzierung — sonst lassen sich Interessenten weder beraten noch prüfen.
Wer aus einem anderen Beruf kommt, sollte eine Weiterbildung einplanen. Die Fortbildung zum Immobilienfachwirt oder eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann sind die etablierten Wege.
Die Kosten des Starts
Erlaubnis und Anmeldung kosten wenige hundert Euro. Relevanter sind Vermögensschaden-Haftpflicht, Portalzugänge, Maklersoftware, Fotoausrüstung und Fahrzeug — realistisch ein niedriger fünfstelliger Betrag im ersten Jahr.
Portalkosten sind dabei der größte laufende Posten. Sie fallen unabhängig davon an, ob verkauft wird.
Die Ertragslage nüchtern
Das Geschäft ist rein erfolgsabhängig, und zwischen Auftrag und Provisionszahlung liegen häufig sechs Monate. Wer startet, braucht Rücklagen für mindestens ein Jahr ohne Einnahmen.
Der Wettbewerb ist hoch, gleichzeitig ist die Nachfrage nach Bewertung und Vermarktung stabil. Entscheidend ist die Spezialisierung — auf eine Lage, eine Objektart oder eine Zielgruppe.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Ausbildung?
Rechtlich nein. Praktisch ist Fachwissen der Unterschied zwischen einem tragfähigen Geschäft und einem kurzen Versuch — die formale Hürde sagt nichts über die fachliche.
Wie viel verdient ein Immobilienmakler?
Das schwankt extrem, weil das Einkommen an Abschlüssen hängt. Bei drei bis dreieinhalb Prozent Verkäuferanteil ergibt ein Objekt für 400.000 Euro rund 12.000 bis 14.000 Euro brutto — davon gehen Kosten, Steuern und Vorsorge ab.
Kann ich das nebenberuflich machen?
Grundsätzlich ja, die Erlaubnis unterscheidet nicht. Schwierig wird die Erreichbarkeit: Interessenten melden sich abends und am Wochenende, Besichtigungen finden tagsüber statt.