immo.son

Markt & Kapitalanlage

Mikroapartment und Studentenwohnung — die Rechnung im Detail

Kleine möblierte Wohnungen erzielen die höchsten Quadratmetermieten im gesamten Wohnungsmarkt. Das macht sie als Anlage attraktiv — auf dem Papier. Ob unterm Strich mehr übrig bleibt als bei einer normalen Zwei-Zimmer-Wohnung, entscheidet die Kostenseite, und die ist ebenfalls die höchste im Markt.

Warum die Miete pro Quadratmeter so hoch ist

Bezahlt wird nicht Fläche, sondern ein fertiges Gesamtpaket: möbliert, oft mit Internet, Strom und Reinigung, sofort beziehbar, kurze Mindestlaufzeit. Für Studierende, Pendler und Projektmitarbeiter ist das der entscheidende Vorteil.

Bad und Küche sind in jeder Einheit vorhanden — bei zwanzig Quadratmetern verteilen sich deren Kosten auf wenig Fläche. Das erklärt zugleich, warum der Kaufpreis pro Quadratmeter ebenfalls über dem Marktniveau liegt.

In Gebieten mit Mietpreisbremse gilt diese auch hier; der Möblierungszuschlag muss nachvollziehbar hergeleitet sein und wird bei der Prüfung herausgerechnet.

Die Kostenseite

Höhere Fluktuation bedeutet häufigere Neuvermietung, Reinigung, Möbelersatz und Leerstandsphasen zwischen zwei Mietern. Kalkulieren Sie Möbelabschreibung und einen realistischen Leerstand ein, nicht die Vollvermietung.

Verwaltungskosten pro Einheit sind praktisch dieselben wie bei einer großen Wohnung, bezogen auf die Miete aber ein deutlich höherer Anteil. Bei Betreiberkonzepten übernimmt das ein Dienstleister — gegen einen spürbaren Anteil der Einnahmen.

Das Hausgeld liegt in solchen Anlagen häufig über dem üblichen Niveau, weil Gemeinschaftsflächen, Concierge-Services oder Waschräume mitfinanziert werden.

Standort entscheidet alles

Funktionierende Standorte sind Universitätsstädte mit angespanntem Wohnungsmarkt, Kliniken, Messestandorte und Städte mit hoher Projektwirtschaft. Ohne diesen Nachfragetreiber ist ein Mikroapartment schwer vermietbar.

Prüfen Sie die Konkurrenz: In mehreren deutschen Städten wurden in kurzer Zeit große Kapazitäten geschaffen. Wo ein Überangebot entstanden ist, brechen zuerst die Mieten der schlecht gelegenen Häuser weg.

Fußläufige Erreichbarkeit von Campus oder Bahnhof ist wichtiger als bei jeder anderen Wohnungsart — die Zielgruppe hat meist kein Auto.

Wiederverkauf

Der Käuferkreis besteht fast ausschließlich aus Kapitalanlegern; Selbstnutzer scheiden aus. Das macht den Weiterverkauf abhängig vom Renditeniveau am Markt — steigen die Zinsen, sinkt der erzielbare Preis stärker als bei normalen Wohnungen.

Objekte in Betreiberkonzepten mit langen Verträgen sind zusätzlich vom Betreiber abhängig. Bei freier Vermietbarkeit sind Sie flexibler, tragen aber die Verwaltung selbst.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Rendite wirklich?

Brutto liegt sie deutlich über normalen Wohnungen, netto nach Verwaltung, Möbelersatz und Leerstand häufig nur leicht darüber. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen, nicht mit denen des Exposés.

Finanzieren Banken Mikroapartments?

Ja, aber mit Abschlägen beim Beleihungswert, besonders bei sehr kleinen Einheiten unter etwa zwanzig Quadratmetern.

Was ist mit möblierter Vermietung steuerlich?

Die Möbel werden gesondert abgeschrieben, kurze Nutzungsdauern sind üblich. Bei hotelähnlichen Leistungen kann Gewerblichkeit entstehen — das gehört mit dem Steuerberater geklärt.

Weiter im Thema Markt & Kapitalanlage

← Alle Ratgeber-Themen

Immobilie bewertenObjekt suchen