Haustypen
Wochenendhaus kaufen — kleine Fläche, klare Grenzen
Wochenendhäuser sind preislich der Einstieg in den Immobilienbesitz — und rechtlich ein eigener Kosmos. Sie stehen meist in ausgewiesenen Wochenendhausgebieten oder auf Erholungsgrundstücken, wo die Baunutzungsverordnung Größen begrenzt und Dauerwohnen ausschließt.
Was gebaut und genutzt werden darf
In Wochenendhausgebieten setzt der Bebauungsplan die zulässige Grundfläche fest, häufig zwischen vierzig und sechzig Quadratmetern. Anbauten, Nebengebäude und Terrassenüberdachungen zählen mit — Überschreitungen sind der häufigste Konfliktpunkt mit dem Bauamt.
Dauerhaftes Wohnen ist nicht zulässig. Wer dort seinen Hauptwohnsitz meldet, riskiert eine Nutzungsuntersagung. Bestandsschutz für langjährige Dauernutzung gibt es nur im Einzelfall und nur mit Nachweis.
Auf reinen Freizeit- und Gartengrundstücken außerhalb solcher Gebiete ist häufig gar keine Übernachtung zulässig. Ein vorhandenes Gebäude ist kein Beleg für seine Genehmigung.
Datschen und alte Nutzungsrechte
In den östlichen Bundesländern stehen viele Wochenendhäuser auf gepachtetem Grund mit Nutzungsrechten aus DDR-Zeiten. Das Schuldrechtsanpassungsgesetz regelt, wie Kündigungsschutz, Entschädigung und Pachtzins in solchen Fällen zu behandeln sind.
Kaufen Sie in dieser Konstellation nur das Gebäude, hängt der Wert an der Restlaufzeit und Kündbarkeit des Nutzungsvertrags. Das ist ein Fall für die anwaltliche Prüfung, nicht für Vertrauen in mündliche Auskünfte.
Anschlüsse und laufende Kosten
Viele Objekte haben Strom, aber keine Kanalisation und kein Winterwasser. Grube, Sickerschacht und abgestellte Wasserleitung im Winter sind der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Laufend fallen Grundsteuer, Pacht oder Erbbauzins, Vereinsbeiträge in Anlagen, Wasser und Entsorgung an. In der Summe wenig — aber es bleibt eine Immobilie mit Pflichten, auch wenn sie nur zwanzig Wochenenden im Jahr genutzt wird.
Häufige Fragen
Kann man ein Wochenendhaus finanzieren?
Meist nur mit hohem Eigenkapitalanteil oder als Konsumkredit, weil der Beleihungswert niedrig ist und die Verwertbarkeit begrenzt.
Darf man das Wochenendhaus vermieten?
In vielen Gebieten ja, wenn es bei zeitweiser Erholungsnutzung bleibt. Vereins- und Pachtregeln können das dennoch untersagen.
Was passiert bei einem nicht genehmigten Anbau?
Die Behörde kann Rückbau verlangen, und zwar auch nach Jahren. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Bestand mit der Baugenehmigung übereinstimmt.
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