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Kaufen Schritt für Schritt

Haus kaufen — die Punkte, die später teuer werden

Ein Haus ist die größte Einzelentscheidung der meisten Haushalte. Die Punkte, an denen es später teuer wird, sind überschaubar — und fast alle vor dem Kauf erkennbar.

Die Lage lässt sich nicht ändern

Alles am Haus ist reparierbar, die Lage nicht. Prüfen Sie Anbindung, Nahversorgung, Schulen, Lärm zu verschiedenen Tageszeiten und den Bebauungsplan der Nachbargrundstücke — die freie Wiese nebenan kann in drei Jahren ein Mehrfamilienhaus sein.

Ein Blick in die Bauleitplanung der Gemeinde kostet nichts und beantwortet die Frage, was rundherum entstehen darf.

Bausubstanz vor Optik

Eine frisch renovierte Optik sagt nichts über Dach, Leitungen und Elektrik. Genau diese Positionen kosten fünfstellig, während neue Böden und Anstriche im niedrigen vierstelligen Bereich liegen.

Achten Sie auf Feuchtigkeit im Keller, Risse in tragenden Bauteilen, das Baujahr der Heizung und das Alter der Elektroinstallation. Bei Häusern vor 1995 lohnt zusätzlich die Frage nach Asbest in Bodenbelägen und Dacheindeckung.

Energiestandard ist ein Preisfaktor

Die Effizienzklasse aus dem Energieausweis beschreibt zwei Kosten: laufende Heizkosten und absehbaren Investitionsbedarf. Objekte der unteren Klassen werden am Markt mit Abschlägen gehandelt — beim Kauf ein Argument, beim späteren Verkauf ein Risiko.

Wer ein Objekt der Klassen G oder H kauft, sollte vor dem Angebot eine Einschätzung des Energieberaters einholen. Sie kostet wenig und ist zugleich das beste Verhandlungsargument.

Grundbuch und Finanzierung

Abteilung II des Grundbuchs zeigt Wegerechte, Nießbrauch, Wohnrechte und Vorkaufsrechte. Baulasten stehen dort nicht — dafür braucht es den Auszug aus dem Baulastenverzeichnis der Gemeinde.

Rechnen Sie die Finanzierung mit einem Anschlusszins durch, der zwei Prozentpunkte über dem heutigen liegt. Wer dabei nicht ins Wanken gerät, hat solide kalkuliert.

Häufige Fragen

Alt- oder Neubau?

Neubau bietet niedrige Betriebskosten und Gewährleistung, kostet aber mehr pro Quadratmeter und liegt oft in Randlagen. Altbau bietet Lage und Substanz zum niedrigeren Preis, verlangt aber Investitionsbereitschaft und eine ehrliche Einschätzung des Sanierungsbedarfs.

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

Mindestens die Kaufnebenkosten von sieben bis zwölf Prozent, weil Banken diese nicht finanzieren. Empfehlenswert sind zusätzlich zehn bis zwanzig Prozent des Kaufpreises, weil sich damit die Konditionsstufe verbessert.

Sollte ich ein Haus mit Sanierungsstau kaufen?

Wenn der Abschlag größer ist als die realistisch kalkulierten Kosten — und wenn Sie die Maßnahmen finanzieren können, ohne die Reserve aufzubrauchen. Holen Sie vorher konkrete Angebote ein statt Schätzungen.

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