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Immobilie verkaufen — die vier Entscheidungen, die zählen

Der Verkauf einer Immobilie besteht aus vielen kleinen Schritten und vier großen Entscheidungen. Alles andere ist Ausführung — diese vier bestimmen das Ergebnis.

Erste Entscheidung: der Zeitpunkt

Marktzeitpunkte lassen sich nicht zuverlässig treffen. Was sich beeinflussen lässt, ist der Zustand, in dem das Objekt an den Markt geht: aufgeräumt, mit vollständigen Unterlagen und ohne offene Rechtsfragen.

Persönliche Fristen sind wichtiger als Marktprognosen. Wer wegen eines Umzugs oder einer Erbauseinandersetzung unter Zeitdruck steht, verhandelt schlechter — auch das gehört in die Planung.

Zweite Entscheidung: die Preisstrategie

Marktgerecht einsteigen bringt in der Regel das beste Ergebnis, weil in den ersten Wochen die höchste Aufmerksamkeit liegt und mehrere Interessenten gleichzeitig entstehen können.

Bewusst niedrig einsteigen und auf ein Bieterverfahren setzen funktioniert nur bei gefragten Objekten in engen Märkten. Bewusst hoch einsteigen kostet fast immer Zeit und am Ende Geld.

Dritte Entscheidung: der Vermarktungsweg

Ein Makler kostet Provision und bringt Marktkenntnis, Reichweite, Bonitätsprüfung und einen Puffer in der Verhandlung. Der Privatverkauf spart die Courtage und kostet Zeit sowie Verhandlungserfahrung.

Die ehrliche Rechnung stellt nicht die Provision gegen null, sondern gegen den Preisunterschied, den professionelle Vermarktung erzielt — plus den Wert der eigenen Zeit.

Vierte Entscheidung: der Käufer

Der höchste Gebotspreis ist nicht automatisch das beste Angebot. Entscheidend sind Finanzierungssicherheit, Terminvorstellung und Bedingungen, die im Kaufvertrag landen sollen.

Ein sicher finanzierter Käufer mit fünf Prozent weniger ist meist besser als ein unsicherer mit Höchstgebot — vor allem, wenn Sie parallel einen neuen Kauf finanzieren.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Sanierung vor dem Verkauf?

Große energetische Maßnahmen amortisieren sich über den Kaufpreis selten vollständig. Kleine Dinge dagegen fast immer: streichen, entrümpeln, Kleinstreparaturen, ein gepflegter Garten. Sie kosten wenig und verändern den ersten Eindruck erheblich.

Sollte ich vor oder nach dem Kauf einer neuen Immobilie verkaufen?

Zuerst verkaufen gibt Planungssicherheit über die Summe, erzeugt aber Druck bei der Suche. Zuerst kaufen kehrt das um und erfordert eine Zwischenfinanzierung. Welche Reihenfolge besser ist, hängt vom Markt und von Ihrer finanziellen Reserve ab.

Was passiert mit einer laufenden Grundschuld?

Sie wird im Zuge des Verkaufs abgelöst und im Grundbuch gelöscht. Läuft das Darlehen noch in der Zinsbindung, kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen — deren Höhe sollten Sie vor der Preisverhandlung kennen.

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