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Grundstücke

Waldgrundstück kaufen — Eigentum mit Bewirtschaftungspflicht

Wald zu kaufen ist einfacher, als viele denken — die Preise liegen deutlich unter denen von Bauland. Anders als beim Baugrundstück kommt mit dem Eigentum aber ein Pflichtenkatalog: bewirtschaften, wiederaufforsten, verkehrssichern und dulden, dass die Allgemeinheit den Wald betritt.

Pflichten des Waldbesitzers

Die Landeswaldgesetze verpflichten zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung und in der Regel zur Wiederaufforstung nach Kahlschlag oder Kalamität. Kahlschläge sind meist genehmigungspflichtig oder in der Fläche begrenzt.

Das Betretungsrecht zu Erholungszwecken gilt gesetzlich — Sie können den Wald nicht einzäunen oder den Zutritt verbieten. Zugleich haften Sie nicht für waldtypische Gefahren, wohl aber für Gefahren an Wegen, die Sie unterhalten, und für Bäume an angrenzenden Straßen und Gebäuden.

Bei Borkenkäferbefall besteht eine Handlungspflicht: Befallenes Holz muss zügig aufgearbeitet werden, um Nachbarbestände zu schützen. Das ist der Punkt, an dem Waldbesitz kurzfristig Geld kostet statt Geld bringt.

Was Wald einbringt

Der Ertrag entsteht durch Holzernte in mehrjährigen Abständen und schwankt mit Holzpreis, Baumart und Bestandsalter. Ein junger Bestand ist über Jahrzehnte reine Investition, ein hiebreifer Fichten- oder Buchenbestand kann einen erheblichen Teil des Kaufpreises zurückbringen.

Weitere Erlösquellen sind Jagdpacht, Flächen für Windenergie, Ökopunkte aus Aufwertungsmaßnahmen und in einzelnen Regionen die Vermarktung von Bestattungswäldern.

Steuerlich handelt es sich um Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, mit Sonderregeln zur Gewinnermittlung und Bewertung des stehenden Holzes. Für kleine Flächen gibt es vereinfachte Verfahren.

Vor dem Kauf prüfen

Lassen Sie sich Baumartenzusammensetzung, Altersstruktur und Schadflächen zeigen. Reine Fichtenbestände in trockenen Lagen sind ein Risiko, Mischbestände mit Laubholzanteil deutlich stabiler.

Prüfen Sie Erschließung durch Rückewege, denn ohne Zufahrt für Forstmaschinen sinkt der erzielbare Holzpreis erheblich. Ebenso: Zugehörigkeit zur Jagdgenossenschaft, bestehende Pachtverträge und Schutzgebietsstatus.

Der Kauf größerer Waldflächen kann wie bei landwirtschaftlichen Flächen genehmigungspflichtig sein. Der Notar klärt das im Rahmen der Beurkundung.

Häufige Fragen

Wie viel kostet ein Hektar Wald?

Je nach Region, Bestand und Erschließung reicht die Spanne von wenigen tausend bis zu deutlich fünfstelligen Beträgen pro Hektar. Der Wert des stehenden Holzes macht den größten Teil aus.

Darf ich in meinem Wald ein Haus bauen?

In aller Regel nein. Wald liegt im Außenbereich, Wohnbebauung ist dort nicht privilegiert, und zusätzlich schützt das Waldrecht die Fläche vor Umwandlung.

Darf ich mein Waldgrundstück umzäunen?

Nur in engen Ausnahmen, etwa als Wildschutzzaun für Kulturen und befristet. Ein dauerhafter Ausschluss der Öffentlichkeit ist nicht zulässig.

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